Montag, 16. Mai 2016

Endometriose und Migräne



Eine neue Baustelle ist eröffnet: Die Eröffnungsfeier findet in drei Tagen beim Neurologen statt. Ich bin schon gespannt, was ich gewonnen habe. Der HNO tippt ja auf Migräne. Meine Stirnhöhlen seien auf jeden Fall frei, wie eine reizende Schwarz-Weiß-Aufnahme meines Schädels gezeigt hat.

Zugegeben: Ich habe es den Ärzten in den letzten Jahren auch nicht gerade leicht gemacht. Da komm ich daher und rede von Schwindel, Sehstörungen, Empfindungsstörungen und Wortfindungsstörungen, vor allem kurz vor der Periode – und das ganz ohne Kopfschmerzen. Da kann man einen auch schon mal für verrückt erklären. Völlig legitim. Ich meine, Antidepressiva lösen ja auch Probleme: Gib der Alten was, was sie benommen macht, und sie benimmt sich …

Es war die Biografie von Hilary Mantel, was mich auf den Trichter gebracht hat. Sie litt nämlich schon immer an Migräne ohne Kopfschmerz, nur mit Aura. Es hat Jahre gedauert, bis man das herausfand. Jahre, in denen sie wegen der Symptomatik unter anderem auch in die Psychiatrie gesteckt und mit starken Psychopharmaka vollgepumpt wurde, bis sie nicht mehr konnte.

Hormone, die fallen



Als ich das las, beschlich mich eine Ahnung. Ich erinnerte mich an eine Szene, etwa vor 6 Jahren, als ein Arzt zu mir sagte: „Mit dem Schwindel müssen sie halt leben“ und es als reine Nervensache abtat. Einen ersten Hinweis erhielt ich dann durch ein Video einer Frau, die von ihren Nebenwirkungen unter der Hormonspirale berichtete. Sie schilderte dieselben Phänomene: „Ich ging wie auf einem Schiff, alles schwankte. Teilweise war ich wie gefangen in meinem Körper “.

Das ist das eigentliche Rätsel bei der Sache: Warum wurden die Symptome auch bei mir unter dem Gestagen schlimmer? Die meisten Experten sagen, es sei das Östrogen, was man meiden sollte. Einen Hinweis habe ich gefunden, in dem auf beide Hormone hingewiesen wird:
Ursächlich scheint der natürliche prämenstruelle Abfall der Serum-Östrogen- und Serum-Gestagen-Spiegel als Trigger zu fungieren (2.).


Zusammenhang zwischen Endometriose und Migräne



Tja, da steht man wieder und niemand kann es einem wirklich erklären. Denn letztendlich sind auch die Ursachen der Migräne ebenso wie bei der Endometriose ungeklärt. Nur eines weiß man mittlerweile: Zwischen Endometriose und Migräne besteht ein Zusammenhang. 2004 fand man in einer Studie heraus, dass Frauen mit Endometriose ein doppelt so hohes Risiko für eine Migräne haben wie Frauen ohne Endo (1.). Man vermutet, dass ein genetischer Faktor Schuld sein könnte, der für die Regulierung von Stickstoffoxid zuständig ist. Dieses wirkt auf die Blutgefäße, dass es zu Entzündungen kommt und diese sich weiten. Stickstoffoxid wird auch in endometriotischen Läsionen produziert.

Ich will ja mal nicht so sein. Auch ich werde mit dem Alter netter und mache es den Ärzten nicht mehr so schwer. Ich hab einfach über die letzten Monate die Kopfschmerzen dazu entwickelt. Immerhin gab es dafür schon das erste Fleißkärtchen: Die Überweisung zum MRT in drei Tagen.

Dieser Artikel ersetzt nicht den Rat durch einen Arzt!
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Quellen:
1. Deutsche Apotheker-Zeitung: Endometriose und Migräne hängen zusammen. www.deutsche-apotheker-zeitung.de. 07.11.2004. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2004/daz-46-2004/uid-12927 (zuletzt aufgerufen: 15. Mai 2016).

2. Frauenheilkunde: Gutartige Erkrankungen – Migräne. http://www.dr-nabielek.de/frauenheilkunde/gutartige-erkrankungen/migräne/ (zuletzt aufgerufen: 15. Mai 2016).

Bilder: CC0 1.0/pixabay.com

Update

Mittlerweile war ich beim MRT und hatte auch nochmal eine heftige Migräne-Attacke mit Sehstörungen (wie bei der ersten heftigen Attacke an Tag 14).

Die Ärztin beim MRT meinte, auf den Bildern würde man nichts sehen, so könne man einen Tumor u.ä. ausschließen. Es höre sich tatsächlich nach einer hormonell abhängigen Migräne an.

Die Hausärztin, bei der ich wegen der Attacke und der Sehstörungen war, untersuchte mich gründlich. Und nachdem sie alles Weitere ausschließen konnte, meinte sie: "Klingt echt nach einer Migräne-Aura."