Sonntag, 15. April 2018

Endometriose, oder: Wenn man das Leben rückwärts lebt


Kennt Ihr den Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button?“ Die biologische Uhr der Hauptfigur, gespielt vom vielfach angeschmachteten Brad Pitt, tickt rückwärts. Bei seiner Geburt weist Benjamin somit Alterserscheinungen auf und sieht aus wie ein Greis, und im Laufe seines Lebens wird er immer jünger. Seltsame Geschichte, seltsamer Film. Ich mochte ihn nicht. Aber in letzter Zeit muss ich immer öfters an ihn denken.

Donnerstag, 1. März 2018

Schrödingers Endometriose: gynäkologisch und doch überall?



Mit Endometriose braucht frau starke Nerven. Zum einen muss man aushalten, was der eigene Körper veranstaltet. Zum anderen muss man ertragen können, womit sich einem andere Betroffene anvertrauen. So saß ich letzte Woche mit einer schottischen Endo-Schwester beim Frühstück, und während ich mir eine Gabel Käsekuchen in den Mund schob, präsentierte sie mir Fotos von ihrem Auswurf.

Sonntag, 4. Februar 2018

Die Endometriosepatientin als Kundin – Von Wundermitteln und Mitteln, über die man sich wundert

Vor kurzem wurde ich von einer Firma angeschrieben, ob ich als endometriosegeplagte Buchautorin nicht ein Produkt, das extra für Endometriosepatientinnen entwickelt wurde, testen und auf meinem Blog vorstellen wolle. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen einzuwenden. Ich hatte auch nichts gegen das Präparat als solches, waren es im Grunde genommen nur ein paar Nährstoffe und Vitamine, die zumindest mal nicht schaden können. Nein, es waren die Marketingmethoden, die mir ordentlich auf die Eierstöcke schlugen.

Sonntag, 21. Januar 2018

Yoga mit Endometriose – Nur nicht den Bogen überspannen

 

Ich mache jetzt Yoga. In der Pfalz hatte ich es zuvor mal mit Rückenyoga versucht. Danach machte ich eine Weile einen Bogen um die Matte, war mir die Lehrerin doch zu brachial gewesen. Als ich wie ein Käfer auf dem Rücken lag, die Beine nur so weit anzog, wie es eben ging mit all den Verwachsungen, hatte sie mir mit Nachdruck die Knie gegen den Bauch gedrückt. Eine fragwürdige Methode. Da half es auch nicht, dass sie ihren bürgerlichen Namen abgelegt hatte und sich nur noch Ntscho-tschi oder Anchovi - ich kann mich nicht mehr genau an ihren Yoganamen erinnern - nannte.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Von Bedürftigkeit und Bedürfnissen



„There you are! Let´s get in the car, it´s bloody cold!“ Wir umarmen uns, steigen ein und fangen an zu schnattern wie zwei alte Schulfreundinnen. Dabei sehen wir uns zum ersten Mal. Wie das oft bei „Endo-Schwestern“ ist - wir kennen die Geschichte der anderen nicht, und kennen sie doch. So ist man sich schnell vertraut.

Montag, 13. November 2017

Die Linguistik des Endometriose-Schmerzes





„Dann zeigen Sie mal, wo der Schmerz sitzt!“ Verwirrt schaute ich den Arzt in der Notaufnahme an. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind: „Dann zeig mal dem Onkel Doktor, wo das Aua ist!“ (Fallt nicht drauf rein. So sehr wir uns auch anstrengen, wir kriegen keine Lollys mehr ...). Ich hatte es ihm vorher schon einmal gesagt: „Ich kann nicht draufzeigen. Es sitzt weiter hinten, mehr so in der Körpermitte.“

Montag, 23. Oktober 2017

Gute Phase – jetzt wird gelebt!


Ich lebe nun schon seit fast vier Monaten in Schottland. Ich habe nicht mehr die Schmerzen in der Intensität, wie es mal war. Keine Ahnung, wieso das so ist. War es der Weizenentzug, die Psychotherapie mit all den Veränderungen, oder ist es das Alter und die hormonelle Umstellung des Körpers? Habe ich nur eine gute Phase und die Schmerzen kommen eines Tages wieder? Manche Betroffenen erzählen es mir so, dass sie zwischendurch auch mal drei oder mehr Jahre schmerzfrei waren und dann fing es wieder an. Und schon schlägt der Wenn-Zustand wieder zu: „Was mache ich, wenn es bei mir auch so ist und sie wiederkommt …?“