Sonntag, 3. Juni 2018

7 Jahre Endo Bay – eine Zwischenbilanz


7 Jahre sind es schon hier auf Endo Bay. Ich hätte niemals gedacht, dass es so lange andauern würde, als ich damals im Schlafanzug zaghaft die ersten Wörter in die Tastatur tippelte. Es ist einiges passiert in den 7 Jahren. Die mediale Aufmerksamkeit für Endometriose ist merklich angestiegen, nicht zuletzt, weil sich noch eine Handvoll Promis mit Endo “geoutet” haben. Vor allem bloggen, posten, sharen immer mehr Betroffene ihre Stories, was einfach nur großartig ist!

Hier ein paar Beispiele in der Reihenfolge, wie sie bei mir in Instagram aufgeführt sind (Entschuldigung für jeden, den ich übersehen haben sollte):

@aniybond
@findloveyourbody
@susiwurmi
@annas_spoonielife
@susanneborchers
@endo.kat
@shayen01xen
@endohilfe
@jennifer_kutzner
@fraunoelle
@endolife_
@motte1985
@saenchaoslair
@aleshalowe.endofoodie
@jmariia97
@pinkyandthebeer
@fraumalbuch
@qbine
@echtjetzt_fragezeichen_
@little_yvy
@susanna_dominique
@allaboutchrissi
@kleinistmeinname
@endosaskia

Bei mir persönlich hat sich in 7 Jahren natürlich auch einiges verändert. Vor allem die Sicht auf meine eigene Endometriose. Wie ich schon in “Nicht ohne meine Wärmflasche” geschrieben habe:

Für mich ist meine eigene Endometriose eine Mischung aus einer Mastzellaktivierungsstörung, Hormonchaos und tiefen emotionalen Konflikten. Ich habe seit 5 Jahren keine heftigen Endometrioseschmerzen mehr (toi, toi, toi). Ich erkläre es mir so, dass sich nach und nach das Chaos lichtet: mit den Wechseljahren pendeln sich die Hormone langsam ein (nicht jede Betroffene hat eine hormonabhängige Endo, bei anderen hilft das vielleicht weniger), ich bin jetzt an meinen “eigentlichen” Themen und Emotionen dran (emotionaler Stress kann Mastzellen triggern und so Entzündungen und Schmerzen begünstigen) - was bleibt, ist die Mastzellaktivierungsstörung - die Grunderkrankung, die hinter der Endometriose liegt (?) mit all den seltsamen Erscheinungen vor allem in Zusammenhang mit Histamin - wie Migräne, Herzstolpern, Kurzatmigkeit, Schwindel, Erschöpfung, ausschlagartige Phänomene gepaart mit Übelkeit etwa bei körperlicher Anstrengung, Kälte, Hunger, nach einer heißen Dusche, Erdbeeren und Alkohol geht gar nicht … - (Achtung, das ist meine eigene Theorie - s. auch https://www.mastzellaktivierung.info/de/mastzellerkrankungen_begleiterkrankungen.html#endometriose - wissenschaftlich belegt ist nichts davon). Man spricht mittlerweile wohl auch von einem Sammelbegriff "Endometriose", der eventuell mehrere Erkrankungen mit ähnlichen Phänomenen zusammenfasst. Auch das ist alles noch gar nicht belegt.

Ich finde es nun schwierig, ohne die Schmerzen weitere Experimente bezüglich der Endo zu unternehmen - da möchte ich mich natürlich nicht beschweren! Mir fehlt sozusagen nun der “Indikator”. Alle anderen Symptome sind zu diffus und unregelmäßig. Wenn ich jetzt z.B. von einer Firma gefragt werde, ob ich ihr neues “Wundermittel” gegen Endo testen möchte, lehne ich alleine schon aus dem Grund ab. Wahrscheinlich würde ich überhaupt keine Wirkung spüren, außer dass ich morgens noch einen Handgriff mehr tun müsste. Ich achte auch nicht mehr streng auf meine Ernährung. Weizen z.B. löst keine Schmerzen mehr aus wie vor einigen Jahren noch.

Vor den Verwachsungen, die mir wahrscheinlich wieder einen Darmverschluss einhandeln werden, schützt mich sowieso nichts. Und die Mastzellen kann ich bei Ärzten ansprechen, so oft ich will. In dem Moment scheinen sie alle einen Sekunden-Hörsturz zu erleiden … Ich könnte jetzt eine strenge Histamin-Eliminierungs-Diät ausprobieren. Da will ich ehrlich sein: Bei meiner derzeitigen Situation im Privatleben ist es schon schwierig genug. Ich lasse weg, worauf ich bisher eindeutig reagiert habe, das war es aber auch schon. Für etwaige Tipps dahingehend bin ich derzeit leider die falsche Ansprechpartnerin.



Meine Bemühungen bezüglich des Themas Endometriose werde ich daher nun mehr dahingehend ausrichten, Nichtbetroffene zu erreichen, um mehr Verständnis für uns zu erwirken, damit es einfacher wird, mit der Endometriose in dieser Gesellschaft zu leben. Ein großes Ziel, ich weiß. Ich töne jetzt hier rum ... Es wird ein Versuch sein, muss man sagen. Am Ende ist es eh immer ein kleiner Tropfen, aber ich denke, viele Tropfen machen einen Ozean :-) Bei meinem derzeitigen Arbeitspensum + 3 Stunden tägliches Pendeln zwischen Arbeit und fragwürdiger WG bleibt nicht viel Zeit. Aber ich habe es mir so eingerichtet, dass ich zumindest eine Stunde am Tag im Zug, und wenn ich nicht zu müde bin nach der Arbeit im Café, an meinem neuen Endo-Schreibprojekt sitzen kann.

Ich versuche, Euch auf dem Laufenden zu halten, vornehmlich auf Instagram: @endobay_blog

Also, passt in der Zwischenzeit auf Euch auf, meine Lieben, und bis bald!
Eure Martina

Dieser Artikel ersetzt nicht den Rat durch einen Arzt oder eine Ärztin.

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