Montag, 7. April 2014

Ode an die Dinkelnudel


Das Thema "Ernährung bei Endometriose" ist mehr abend- als magenfüllend. Liest man sich durch, was alles NICHT mehr erlaubt ist, entwickelt man auf der Stelle chronischen Futterneid. Eine Sache bei der Ernährungsumstellung scheint grundlegend zu sein: Der Verzicht auf Weizen. Und so entschloss ich vor einem halben Jahr, in den Selbstversuch zu gehen.


Kalter Croissant-Entzug


Die ersten zwei Wochen waren die Hölle –  Ich entwickelte Symptome, die sich laut Dr. Google als Entzugserscheinungen herausstellten: Kopfschmerzen, Herzrasen, Antriebslosigkeit. Ich schaffte es nicht mal mehr, 10 Minuten mit dem Fahrrad geradeaus zu fahren.

Doch dann ging es so langsam wieder bergauf und die positiven Effekte stellten sich ein: Meine Schmerzen, die mittlerweile zum penetranten Dauergast geworden waren, gingen tatsächlich zurück – um gefühlte 80 Prozent! Nach sechs Wochen ließ ich mich mal richtig gehen – und aß einen Bagel! – Eine halbe Stunde später erhielt ich die Rechnung … Seitdem habe ich nie wieder Weizen angepackt!

Die Pizza-Krise


Wenn man auf Weizen verzichtet, fällt einem erst einmal auf, wie viel Weizen man vorher konsumiert hat. Alles scheint AUS oder zumindest MIT Weizen zu sein, selbst Roggenbrötchen …!!! Gott sei Dank habe ich mehrere Bäcker gefunden, die reines Roggenbrot und Dinkelbrötchen ohne Weizenanteil verkaufen, und auch im Supermarkt bekommt man reines Roggen-/Dinkelvollkornbrot.

Schlimm war es letztens beim Italiener: Pizza, Pasta, Panik – Was soll ich bloß essen? Da ich weder Risotto- noch Fisch-Fan bin, blieb mir nur eines übrig, was ich früher nie in Erwägung gezogen hätte: das FLEISCHGERICHT!!! Seitdem gehe ich nicht mehr gern ins italienische Restaurant – Ich bevorzuge nun asiatisches Essen – Endometriose verschiebt halt nicht nur Organe sondern auch Gewohnheiten …

Weizenfreie Weihnacht


Weihnachten saß ich da – zwischen Stollen und Strudeln – und hätte heulen können. Eine Situation, in der mir bewusst wurde: Ab sofort bist du ein verdammt schlechter Kaffeekränzchen-Gast. Doch ganz muss ich nicht auf Kuchen und Gebäck verzichten – dem Dinkel sei Dank: Dinkelkuchen, Dinkelwaffeln, Dinkelmuffins – ich backe mittlerweile alles selbst.

Und zu Hause kann es auch weiterhin Spaghetti mit Tomatensauce geben. Ich liebe Dinkelnudeln: Sie sind schneller gar als Weizennudeln und "verstopfen" den Magen nicht so. Kann ich nur jedem empfehlen!

Alles in allem funktioniert der Weizenentzug für mich sehr gut. Meine Schmerzen haben sich dauerhaft verbessert. Der nächste Schritt wird die Reduzierung von Zucker sein – ein Leben ohne Nutella – ob das mal gut geht …?