Endometriose aus Sicht der TCM



Meine erste Erfahrung mit Traditionell Chinesischer Medizin (TCM) bzw. Akupunktur machte ich, als mir eine Ärztin Nadeln ins Ohr rammte, die mich beruhigen sollten. Ja, ich dachte auch zuerst, da kann man auch gleich einem Kind den Horrorfilm "Ring" zeigen, wenn es nicht einschlafen kann. Nun, sehr viel ruhiger bin ich auch nicht geworden. Aber ich hatte danach erstaunlicher Weise sechs Jahre lang keinen Heuschnupfen mehr!

Erstaunliche Wirkung kann TCM auch bei Endometriose haben. Nicht nur die Akupunktur, sonder vor allem die Anwendung von TCM-Tees. Für mein Buch "Nicht ohne meine Wärmflasche" habe ich dazu gleich ein paar Patientinnen befragt und außerdem Dr. Andreas Kalg, TCM-Arzt, der sich intensiv mit dem Thema Endometriose beschäftigt, interviewt. Er schlug mir auch gleich mal vor, bei meinen Recherchen auf der Website von Steven Clavey, einem australischen TCM-Experten, vorbei zu schauen. Der erläutert hier, wie die chinesische Medizin die Endometriose sieht. Mal ein ganz anderer Ansatz – und sehr interessant.

Endometriose aus Sicht der TCM

Aus Sich der TCM komme die Erkrankung durch eine Verlangsamung und Stagnation des Blutflusses im Becken zustande. Begleitet werde diese Stagnation oft mit anderen Faktoren, wie etwa Verdauungsstörungen, eine gewisse Schwäche in bestimmten Körperbereichen, vor allem in den Nieren, die nach der Chinesischen Medizin das gesamte Reproduktionssystem steuerten, sowie eine generelle Erschöpfung und eine gewisse Anspannung.

Für TCM-Ärzte sei es wenig verwunderlich, dass die Erfolge einer Behandlung nur von kurzer Dauer seien, wenn man nur die Hauptsymptome der Endometriose behandelte, ohne die oben genannten Faktoren mit zu berücksichtigen, die für die Entstehung der Erkrankung eine Rolle spielten. Vor allem komme dem Stress eine besondere Bedeutung zu. Denn das Fixieren von Stress im Unterbauch sei einer der Hauptgründe für die Stagnation des Blutes. Bei Stress verspannten Muskeln. Dies führe in der TCM zu einer Verlangsamung der Qi-Energie, welche dadurch das Blut nicht mehr gut „bewegen“ kann.

Stress auf allen Kanälen

Die Chinesische Medizin sieht die Ursache dafür, dass die Blut-Stase gerade im Becken vorkomme, in der Leber, die sensibel auf Stress reagiere und normalerweise dafür verantwortlich sei, die Qi-Energie durch den Körper zu transportieren. Die Leber habe einen Akupunktur-Kanal, der direkt über die Eierstöcke liefe und die inneren Genitalien umrundete, bevor dieser zu den Oberschenkeln verliefe. Jedes Hindernis innerhalb des Kanals könne einen Stau im gesamten Kanal verursachen.

Bei Männern schlage sich die Anspannung in Prostata oder Impotenz-Problemen nieder. Das ständige Leeren und Auffüllen von Blutgefäßen in der Gebärmutter führe dazu, dass die Blut-Stase eher ein weibliches Problem sei. Da Stress hier als Hauptursache angesehen werde, versuche ein TCM-Arzt im Wesentlichen, mit Kräutern und/oder Akupunktur die Fähigkeit der Patientin, Stress zu bewältigen, zu unterstützen.

Die Wirkung der TCM bei Endometriose wird sogar von manchem Schulmediziner erwähnt. Einige Endometriosezentren arbeiten eng mit TCM-Praxen zusammen. Leider muss man für die alternativmedizinische Methode immer noch selbst zahlen. Irgendwas ist ja immer ... Aber wenn nichts mehr hilft, ist es nach dem, was ich gehört habe, einen Versuch wert.

Habt Ihr schon Erfahrung mit TCM gemacht?

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