Endometriose-Kongress 2015 – Tag 1


Heute begann in Köln der 11. Endometriose-Kongress! 

Gleich zu Beginn sprach ich eine Dame an, ob sie auch den Kongresssaal suche. Da schallte es mir entgegen: „Nä! Isch suche dat Seminar für us Kölsche Mundart!“ – Herrlich, ich liebe Köln! Aber ich komme vom Thema ab. 

Der Aha-Effekt


Präsident des Endometriose-Kongresses ist Prof. Dr. Römer. Er ist Leiter des Endometriosezentrums Köln-Weyertal, wie viele bestimmt schon wissen, und dort habe ich ihn auch letztens kennen lernen dürfen. Er sagte mir gleich was ganz Interessantes, was mir bis dahin auch noch kein Arzt gesagt hatte: Zu Beginn der Wechseljahre kann es passieren, dass die Endometriose noch mal „aufblühe“, da ja zuerst das Progesteron abfällt, das Östrogen somit überwiegt und sein "Unwesen treiben kann". Eigentlich ganz logisch. Und ich denke, genau so war es wohl bei mir. Würde zumindest erklären, warum es vor zwei Jahren nach langer Zeit wieder heftigst losging, und ein Jahr später kam dann die Nachricht, dass ich in den Wechseljahren sei... (Ich wollte es nur schnell erwähnen. Kann ja sein, dass es der ein oder anderen genauso ging/geht/ergehen wird.)

Der Tag in Bildern

8:00 – Gassirunde – Da hinter dem Schaf, also hinter den großen weißen Häusern, da ist Köln. Da geht es gleich hin! 


Vorbereitungen im Zug.


Da isser – de Dom!


Ankunft Media-Park


Ratet mal, wer der Hauptsponsor ist! Da kommt Ihr nie drauf...


Ich war erst bei der Veranstaltung „Leben mit Endometriose“. Moderiert wurde sie von der sympathischen Dr. Iris Brandes von der Medizinischen Hochschule Hannover. Als erstes sprach Karin Studer, Gründerin der Schweizerischen Endometriose-Vereinigung. Sie erzählte ihre Endometriose-Geschichte und berichtete von den vielen Hormonbehandlungen, die sie schon hat über sich ergehen lassen. Von dem Erlebnis, wie es war, mit 17 in den künstlichen Wechseljahren zu sein, lange, bevor die eigene Mutter Hitzewallungen hatte, und wie schwierig es war, dies alles zu überstehen und die richtige Hormonkombination zu finden (z.B. Spirale + Visanne), bis sie  zumindest mal schmerzfrei war. (Sie hat mein volles Mitgefühl und meinen absoluten Respekt!)


Dieses Bild zeigt besonders schön den Konflikt, in dem viele von uns stecken: Was wiegt schwerer – die Schmerzen oder die Nebenwirkungen durch die Hormone...? 


Anschließend ging ich zu der Veranstaltung „Wissenschaftliche Grundlagen“. Hier flogen einem nur so die medizinischen, biochemischen Fachbegriffe um die Ohren, und bevor ich Gefahr lief, mir beim Schreiben eine Sehnenscheidenentzündung zuzuziehen, fotografierte ich die Folien (wie nennt man das heutzutage bei PowerPoint...?) lieber ab. (Ich werde mich die nächsten Tage dranbegeben und versuchen, sie zu „übersetzen“.) Es bleibt spannend: Man ist dran an der Erforschung nichthormoneller Wirkstoffe, die die Endometriosebildung hemmen sollen. Zumindest gibt es schon mal positive Ergebnisse in Reagenzgläsern und in Mäusen. Immerhin.

Beim Vortrag „Biochemie der Endometriose“ ist in meinem einfachen Nichtmediziner-Hirn hängengeblieben: Noch gibt es ihn nicht, den Biomarker für die nichtinvasive Diagnostik. 

Dann war ich beim Vortrag „Pro und Contra – Tiefinfiltrierende Endometriose-Therapie, moderiert von Prof. Dr. Renner (Erlangen) und Prof. Dr. Keckstein (Villach). Dr. Rothmund, Leiter des Endometriosezentrums Tübingen, hielt den Vortrag „Pro Operative Therapie“. Hier ging es u.a. um die technischen Möglichkeiten, die man heutzutage in der Endometriose-Chirurgie hat (z.B. 3D-Technik), dass man heute im Gegensatz zu früher durch bestimmte Verfahren bei der OP die Nerven sichtbar machen könne, sodass es zu weniger Schädigungen bei Eingriffen komme. Es ging auch darum, dass der Erhalt der Organfunktionalität äußerste Priorität hat und dass man aufgrund der Erfahrung die Operationen in zertifizierten Endometriosezentren durchführen lassen solle.

Anschließend referierte Prof. Dr. Römer über die Vorteile der medikamentösen Therapie (in Fällen, in denen nicht akut die Gefahr eines Darmverschlusses o.ä. drohe). Bei der medikamentösen Therapie umginge man die nicht unerheblichen möglichen Folgen operativer Eingriffe. Vor allem Gestagene zeigten dabei erhebliche Verbesserungen der Schmerzen. Bei Blasenendometriose hätte man sogar einen Rückgang der Herde beobachtet und ganz nebenbei noch Verbesserungen bei Migräne. (Nur zu schade, dass ich Gestagene nicht vertrage...!).


Außerhalb der Vorträge habe ich endlich die liebe Katja Uttinger treffen dürfen, habe endlich mit Vertreterinnen der Endometriose-Vereinigung Deutschland sprechen können und mich mit einer Physiotherapeutin von Bad Schmiedeberg unterhalten. Die gute Nachricht: Bei Verwachsungen sei es nie zu spät, mit Sport zu beginnen. Selbst alte Verwachsungen könnten dadurch „flexibler“ werden. Anbieten würden sich Sportarten, bei denen das Becken bewegt würde, wie beim Bauchtanz oder bei Zumba (wenn dabei nicht zu viel gesprungen würde). 

Es waren sehr viele Eindrücke, das war noch lange nicht alles, was ich mitgebracht habe, aber den Rest muss ich erst sichten, auswerten, und viel, viel googeln...

Tschüss Köln! Morgen geht es in die zweite Runde!


2 Kommentare

  1. Vielen Dank fürs Berichten und Weitergeben! Bin sehr gespannt was du noch alles erfahren hast/wirst :)

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    1. Gern geschehen ;-) Ich werde mich heute und morgen noch ran setzen und weiter auswerten. Das war ganz schön viel, puh! Liebe Grüße!

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