Schmerzen bei Endometriose – Last Woman Standing!


Die Endometriose gibt einen super Gelegenheiten zu schauen, ob man noch mal unter Bett oder Sofa wischen müsste! Wollmäuse lassen sich sehr gut ausfindig machen, wenn man eh schon am Boden liegt. Ja, ich erinnere mich an die ein oder andere Situation zu schlimmsten Endo-Zeiten (übrigens ganz unabhängig vom Zyklus, um direkt mal eine Ansicht über Endometriose zu erweitern), in denen ich mich auf den Fliesen unseres Wohnzimmers wälzte, weil ich es vor Schmerzen nicht mehr aushielt – und wer weiß, ob mir solche Zeiten noch mal blühen. Alles ist möglich. Mein Mann stand jedenfalls hilflos über mir und fragte, ob er mich zum Arzt bringen solle, was ich verneinte mit der Gegenfrage: "Und was soll der bitte schön da machen?"

Gut, man könnte da an Schmerzmittel denken. Die kann frau auch in Betracht ziehen. Es muss nicht jede so "bekloppt" sein wie ich und vor den Nebenwirkungen, die bei mir bereits in Magen und Nieren grätschten, noch mehr Angst haben, weil man sich nicht noch mehr Organe versauen möchte.

Es gibt Studien, die besagen, dass Endometriose neben Krebs und Cluster-Kopfschmerz zu den 10 schmerzvollsten Krankheiten überhaupt gehört. Keine Ahnung, wie man das festgestellt hat. Aber ich denke, man kann bestätigen (und man entschuldige bitte den Kraftausdruck an dieser Stelle, aber es gibt keinen besseren): Es tut scheiße weh!

Eine recht banale und naheliegende Frage drängt sich auf:

Warum tut Endometriose weh?


Bei einer Endometriose fällt dem Körper vereinfacht gesagt auf, dass da etwas ist, was da nicht hingehört. Zum Zwecke der Zerstörung dieses Etwas reagiert er mit Entzündung. In solch einer entzündlichen Umgebung tummeln sich gerne Zytokine und Prostaglandine. Diese vom Körper produzierten Gewebsstoffe tragen nochmals zur Entzündung bei. Im Umgebungsgewebe kommt es zu Schwellungen und Blutungen. Muss man an dieser Stelle erwähnen, dass dies recht schmerzhaft ist?
Endometriose kann als Knötchen, Bläschen, dünner Belag, Ausstülpung, in Organe hineinwachsendes Geschwür oder als Zysten vorkommen. In der Zystenform kann sie sich verdrehen und/oder aufplatzen. Auch dies verursacht dann Entzündungen und Blutungen und trägt zur Schmerzbildung bei. 
Oft bilden sich durch die Blutungen entsprechend Vernarbungen im Umgebungsgewebe. Diese allein können schon Schmerzen verursachen. 
Doch damit nicht genug, das Schmerz-Repertoire ist noch nicht ausgeschöpft: Endometriose kann Nerven befallen. (In meinem Fall hat es gleich die Sakralnerven (treten aus dem Rückenmark unten am Steißbein aus) und den Ischias erwischt. (Genau: autsch!) 
Ach ja, noch etwas: Endometriose kann wie Krebsgeschwüre eigene Blutgefäße und Nervenzellen ausbilden. Damit erhöht sich noch mal die Anzahl der Schmerzrezeptoren.
Und dann wären noch die Schmerzen zu nennen, die entstehen können, wenn Organe befallen oder sogar infiltriert werden

Dieser Artikel ersetzt nicht den Rat durch einen Arzt.
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Quellen:
Titelbild: CC0 1.0/pixabay.com

3 Kommentare

  1. Hallo Martina. Ich habe soeben Deinen Artikel auf brigitte.de entdeckt und war davon sehr angetan. Mich würde interessieren, ob Du auch mal alternative Heilmethoden (entgegen der praktizierten Schulmedizin) in Betracht gezogen hast?! Gruß Tatjana

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    1. Hallo Tatjana! Lieben Danke für Deinen Kommentar! Oh ja, ich hab auch alternative Methoden probiert. So bin ich nach Absetzen der Pille wegen der Nebenwirkungen auf naturidentische Progesteronsalbe gekommen. Das hat dann auch 5 Jahre gut funktioniert. Dann kam die Endo aber leider wieder. Die Schmerzen habe ich dann durch weizenfreie Ernährung reduzieren können. Zusätzlich nehme ich für den Säure-Basen-Ausgleich "Sanuvis". Ich würde noch viel mehr in der Richtung machen, aber es ist ja auch eine Geld-Frage... Nach meiner letzten Darm-OP steht zurzeit erst mal die Ernährungsberatung an erster Stelle. Danach wollte ich zur Darmsanierung ansetzen. Hast Du schon gute Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden gemacht?Liebe Grüße! Martina

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