Ode an die Dinkelnudel


Das Thema "Ernährung bei Endometriose" ist mehr abend- als magenfüllend. Liest man sich durch, was alles NICHT mehr erlaubt ist, entwickelt man auf der Stelle chronischen Futterneid. Eine Sache bei der Ernährungsumstellung scheint grundlegend zu sein: Der Verzicht auf Weizen. Und so entschloss ich vor einem halben Jahr, in den Selbstversuch zu gehen.

Kalter Croissant-Entzug


Die ersten zwei Wochen waren die Hölle –  Ich entwickelte Symptome, die sich laut Dr. Google als Entzugserscheinungen herausstellten: Kopfschmerzen, Herzrasen, Antriebslosigkeit. Ich schaffte es nicht mal mehr, 10 Minuten mit dem Fahrrad geradeaus zu fahren.

Doch dann ging es so langsam wieder bergauf und die positiven Effekte stellten sich ein: Meine Schmerzen, die mittlerweile zum penetranten Dauergast geworden waren, gingen tatsächlich zurück – um gefühlte 80 Prozent! Nach sechs Wochen ließ ich mich mal richtig gehen – und aß einen Bagel! – Eine halbe Stunde später erhielt ich die Rechnung … Seitdem habe ich nie wieder Weizen angepackt!

Die Pizza-Krise


Wenn man auf Weizen verzichtet, fällt einem erst einmal auf, wie viel Weizen man vorher konsumiert hat. Alles scheint AUS oder zumindest MIT Weizen zu sein, selbst Roggenbrötchen …!!! Gott sei Dank habe ich mehrere Bäcker gefunden, die reines Roggenbrot und Dinkelbrötchen ohne Weizenanteil verkaufen, und auch im Supermarkt bekommt man reines Roggen-/Dinkelvollkornbrot.

Schlimm war es letztens beim Italiener: Pizza, Pasta, Panik – Was soll ich bloß essen? Da ich weder Risotto- noch Fisch-Fan bin, blieb mir nur eines übrig, was ich früher nie in Erwägung gezogen hätte: das FLEISCHGERICHT!!! Seitdem gehe ich nicht mehr gern ins italienische Restaurant – Ich bevorzuge nun asiatisches Essen – Endometriose verschiebt halt nicht nur Organe sondern auch Gewohnheiten …

Weizenfreie Weihnacht


Weihnachten saß ich da – zwischen Stollen und Strudeln – und hätte heulen können. Eine Situation, in der mir bewusst wurde: Ab sofort bist du ein verdammt schlechter Kaffeekränzchen-Gast. Doch ganz muss ich nicht auf Kuchen und Gebäck verzichten – dem Dinkel sei Dank: Dinkelkuchen, Dinkelwaffeln, Dinkelmuffins – ich backe mittlerweile alles selbst.

Und zu Hause kann es auch weiterhin Spaghetti mit Tomatensauce geben. Ich liebe Dinkelnudeln: Sie sind schneller gar als Weizennudeln und "verstopfen" den Magen nicht so. Kann ich nur jedem empfehlen!

Alles in allem funktioniert der Weizenentzug für mich sehr gut. Meine Schmerzen haben sich dauerhaft verbessert. Der nächste Schritt wird die Reduzierung von Zucker sein – ein Leben ohne Nutella – ob das mal gut geht …?


2 Kommentare

  1. In den ganzen Facebook Gruppen lese ich immer wieder den Zusammenhang zwischen Weizen Histamin intoleranz und Endometriose. Ich denke auch Ernährung macht extrem viel aus. Ich persönlich bin Endo und PCO und Insulinresistenz Patientin. Zudem noch Leaky Gut, Histaminintolerant, Fructose und Laktoseintolerant. Da bleibt nicht mehr viel übrig was ich essen kann und man gewöhnt sich an alles der Gesundheit bzw. eher der symptomfreiheit zu liebe. Denn wenn nicht die Endo probleme macht ist da noch diese doofe Darm. Dieser Darm der einen das Leben echt noch schwerer macht. Hinzu kommen angststörungen weil man angst hat raus zu gehen es könnte ja passieren das man Durchfall bekommt usw. Ärzte die nehmen einen nicht ernst das kenne ich nur zu gut. Ich mag deinen Blog. Ich bin durch ein Artikel auf dich aufmerksam geworden und finde es gut was du hier machst. Ich sehe es genauso wie du. Ich finde es tatsächlich schlimm das wir als Jammerliesen und Mimosen hingestellt werden ist ja nur Regelschmerzen wenns so einfach wäre.. naja ich hoffe auch darauf das es wirklich irgendwann anerkannt wird als schwerwiegende Krankheit dies sie nunmal ist. Ich kann dir nur Recht geben. Die Ernährung macht viel aus. Und wenn man etwas erfinderisch ist muss man auf Nudeln Pizza und Co nicht verzichten man muss nur alles selbst machen DInkel klar ist toll aber noch besser ist die Glutenfreie ernährung das hab nicht nur ich immer wieder feststellen müssen sondern lese es immer wieder in diversen Endo Gruppen. Versuch doch mal histaminärmer noch dich zu ernähren! Ich habe seitdem das Darmproblem vollkommen im Griff. Klar bedeutet es Verzicht. Aber man schafft das. Hallo! Wir sind Endo Frauen wir schaffen alles! Besser als so manch andere. Das müssen die uns erstmal nachmachen. Liebe Grüße

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  2. Hallo! Vielen Dank für Deinen Kommentar! Es freut mich, dass Dir mein Blog gefällt:-) So wie es aussieht, gehe ich in dieselbe Richtung wie Du: Insulinresistenz und Histaminunverträglichkeit plagen mich zunehmend:-( Was das Histamin angeht, sehe ich auch auf jeden Fall Zusammenhänge mit Endometriose! Ich muss da noch für mich rausfinden, was ich vertrage und was nicht. Da gibt es noch viel an der Ernährung zu schrauben. Mit der glutunfreien Ernährung, das muss ich mal ausprobieren! Und du hast recht, es sind ja nicht nur Schmerzen, sondern auch die Darmprobleme, Blasenprobleme etc. Die sind auch nicht ohne! Oh ja, ich hab auch schon festgestellt, dass wir Endo-Frauen ganz schön zäh sind!!! Wenn man mal überlegt, was wir teilweise über Jahrzehnte mitmachen und ertragen! In dem Sinne: Weiter so! Und danke für die Tipps! Liebe Grüße! Martina

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